VIN entschlüsseln: Was die 17 Zeichen der Fahrgestellnummer bedeuten
Hersteller, Herkunftsland, Modelljahr, Werk und Seriennummer: So ist die 17-stellige Fahrgestellnummer aufgebaut – und was sie nicht verrät.

Die Fahrgestellnummer sieht auf den ersten Blick wie eine zufällige Zeichenfolge aus. Tatsächlich folgt sie einer internationalen Norm (ISO 3779). Wer den Aufbau kennt, liest schon aus der Nummer selbst einiges über das Fahrzeug heraus. Wo du die Nummer findest, steht im Artikel Fahrgestellnummer finden.
Die drei Teile der VIN
Die 17 Zeichen teilen sich in drei Abschnitte:
- Stellen 1–3: WMI (World Manufacturer Identifier) – Weltherstellercode
- Stellen 4–9: VDS (Vehicle Descriptor Section) – Fahrzeugbeschreibung
- Stellen 10–17: VIS (Vehicle Identifier Section) – individuelle Fahrzeugkennung
Stellen 1–3: Hersteller und Herkunftsland
Das erste Zeichen steht für die Region: S bis Z für Europa, J bis R für Asien, 1 bis 5 für Nordamerika. Zusammen mit dem zweiten Zeichen ergibt sich das Land – W steht zum Beispiel für Deutschland, VF bis VR für Frankreich, Z für Italien, TA bis TH für die Schweiz.
Die ersten drei Zeichen zusammen bezeichnen den Hersteller. Einige Beispiele:
- WVW – Volkswagen
- WAU – Audi
- WBA – BMW
- WDD / W1K – Mercedes-Benz
- TMB – Škoda (Tschechien)
- VF1 – Renault
- ZFA – Fiat
- YV1 – Volvo
Wichtig: Das Land beschreibt, wo der Hersteller bzw. das Werk registriert ist – nicht, für welchen Markt das Fahrzeug gebaut wurde. Ein in Deutschland gebautes Auto kann für die Schweiz, für Italien oder für Asien bestimmt sein. Mehr dazu im Artikel Direkt- und Parallelimporte erkennen.
Stellen 4–9: Fahrzeugbeschreibung
Diesen Abschnitt belegt jeder Hersteller nach eigenem Schema. Typischerweise stecken hier Modellreihe, Karosserieform oder Motorisierung. Eine einheitliche Tabelle gibt es nicht – deshalb liefern einfache Decoder für diesen Teil meist nur grobe Angaben.
Die 9. Stelle ist bei Fahrzeugen für Nordamerika und China eine Prüfziffer: Sie wird aus den übrigen 16 Zeichen berechnet und deckt Tipp- und Lesefehler auf. In Europa ist die Prüfziffer nicht vorgeschrieben und wird von vielen Herstellern nicht verwendet.
Stellen 10–17: Modelljahr, Werk und Seriennummer
- Stelle 10 – Modelljahr: In Nordamerika Pflicht, bei vielen Herstellern auch in Europa üblich (z.B. Volkswagen-Konzern, Ford, Volvo, Hyundai, Kia). Die Codes wiederholen sich alle 30 Jahre: A steht für 1980 oder 2010, L für 2020, R für 2024, S für 2025, T für 2026. Ziffern 1–9 stehen für 2001–2009.
- Stelle 11 – Werk: der Code des Produktionswerks.
- Stellen 12–17 – Seriennummer: die laufende Nummer des einzelnen Fahrzeugs.
Achtung: Einige Hersteller – etwa Mercedes-Benz oder BMW – nutzen Stelle 10 ausserhalb Nordamerikas nicht als Modelljahr. Wer hier blind eine Tabelle anwendet, liest ein falsches Baujahr ab. Massgebend ist die 1. Inverkehrsetzung im Fahrzeugausweis (Ziffer 36).
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Was die VIN nicht verrät
Die Nummer identifiziert ein Fahrzeug eindeutig. Sie sagt aber nichts darüber, welche Ausstattung bei der Bestellung gewählt wurde: Pakete, Assistenzsysteme, Leder, Panoramadach. Diese Informationen liegen beim Hersteller und lassen sich nur mit einer professionellen Abfrage ermitteln. Wie das geht, erklärt der Artikel Sonderausstattung per VIN herausfinden.
Aktualisiert am 26. Oktober 2026
